Vita

25. Juli 2017

Ich lebe mit meinem Mann und unseren zwei Kindern in Hannover.
Meine Ausbildung zur staatlich anerkannten Ergotherapeutin absolvierte ich von 1998 bis 2001 am Annastift in Hannover. Seit 2012 arbeite ich in der Praxis für Ergotherapie von Regula Marquardsen in Hannover. Vorher arbeitete ich 11 Jahre in der Praxis für Ergotherapie Britta Winter in Wunstorf. Der Schwerpunkt meiner Arbeit lag von Beginn an im Bereich Pädiatrie, obwohl ich auch mit Klienten aus den Bereichen Psychiatrie, Geriatrie und Neurologie arbeite. Vor allem Kinder mit AD(H)S, ASS, Verhaltensauffälligkeiten und Wahrnehmungsstörungen gehören zu meiner Klientel. Ich bilde mich regelmäßig fort. Zu den neuesten und auch bereichernsten Weiterbildungen gehörte die zur autismusspezifischen Verhaltenscotrainerin.

Bei der Arbeit mit Kindern und deren Familien ist mir die klientenzentrierte Herangehensweise besonders wichtig. Als Assessment im Rahmen der Befunderhebung und Zielsetzung wende ich daher bei allen Klienten das COPM bzw. das COPM a kids an. Die hierdurch erhobenen Problembereiche und daraus resultierenden Ziele bilden den Schwerpunkt meiner ergotherapeutischen Interventionen. Dabei sehe ich Eltern und Kind als  gleichermaßen kompetent für sich selbst an, was für mich bedeutet in Zusammenarbeit mit Eltern und Kind die Therapie verständlich und nachvollziehbar zu gestalten.

Um diesem Anspruch schon als Berufsanfängerin gerecht werden zu können, besuchte ich gleich zu Beginn ein Encouraging-Training nach Schoenaker und Broder und war begeistert von der ermutigenden, ressourcenorientierten Einstellung und dem individuellen Blick auf jedes Kind und seine Familie. Diese Einstellung prägte fortan meine Elternarbeit, die ich in Zusammenarbeit mit Britta Winter immer mehr ausgebaut habe.

Aus den vielen bestehenden Programmen, gesammelten Ideen, Erfahrungen und einzelnen Informationsflyern für Eltern entstand nach und nach ein schlüssiges Konzept: das Ergotherapeutische Elterntraining ETET, das 2007 im Thiemeverlag veröffentlicht wurde (in: Ergotherapie bei Kindern mit ADHS, Winter&Arasin). Seither gebe ich Seminare und halte Vorträge zum ETET.

Sehr wichtig ist mir, eine größtmögliche Alltagsnähe der Therapie zu erreichen. Um die Arbeit mit den Kindern und ihren Familien gut auf deren individuellen Alltag abstimmen zu können nehme ich sehr gerne die Möglichkeit der Integration ins Umfeld wahr und besuche die Kinder im Kindergarten, in der Schule oder zu Hause. Durch gezielte Beobachtungen und Absprachen mit Eltern, Erziehern und Lehrern bezüglich weiterer Interventionen, wird dem Kind der Transfer des in der Therapie Erlernten in seinen Alltag deutlich erleichtert.

Besonders gern arbeite ich mit Kindern in Gruppen, da sich viele Schwierigkeiten der Kinder nicht in der Einzeltherapie zeigen, sondern in Situationen mit mehreren Kindern wie z.B. in der Schule oder Freizeit, wofür die therapeutische Gruppe die notwendige Alltagsnähe bietet. Dafür wende ich manualisierte Trainings an, wie das Training nach Lauth & Schlottke, das Marburger Konzentrationstraining, Attentioner oder Tricky Teens. Die Effizienz dieser Trainings, die wissenschaftlich gut belegt ist, zeigt sich direkt bei den Klienten. Den Austausch der Kinder untereinander über ihre Stärken, Interessen und Erfahrungen, sehe ich als große Bereicherung meiner therapeutischen Tätigkeit.

Gemeinsam mit meiner Kollegin Stefanie Otte-Löcker entstand so die Idee zu einem ergotherapeutischen Sozialkompetenztraining, in dem Klientenzentrierung, Betätigungsorientierung, Elternarbeit, Ressourcenaktivierung und Teamarbeit der Kinder Hand in Hand gehen. So entstand das Ergotherapeutische Sozialkompetenz-Training EST. 2011 ist es im Schulz-Kirchner-Verlag erschienen und seit 2017 als völlig überarbeitete Neuauflage zu erhalten.

Zusätzlich zu meiner Tätigkeit in der Praxis, arbeite ich an verschiedenen Schulen und führe dort vor allem Konzentrationstrainings und Sozialkompetenz-Gruppen nach dem EST durch. Da in der Schule die Lehrer sich sehr gut einbringen können, wurden eigene Lehrermateralien für das EST entwickelt und auch die Elternarbeit wurde ausgebaut: das Eltern-Workbook zum EST entstand. Es wurde 2015 ebenfalls im Schulz-Kirchner-Verlag veröffentlicht.